Es soll nur kurz erwähnt werden: das Steuern von Lokomotiven durch Abschalten des digitalen Fahrspannung an Halteabschnitten. Rummmms - da steht der Zug. Das geht viel eleganter mit der integrierten Zugsteuerung in Railware.

Die Zugsteuerung

Sehr viel flexibler, und vor allen Dingen mit sanftem Abbremsen oder Beschleunigen, geht es mit Railware.

Aber die Software kann noch viel mehr: sie kombiniert die Handsteuerung mit beliebigen selbsttätigen Abläufen auf der Modellbahnanlage, überwacht alle Zugbewegungen und greift notfalls in das Geschehen ein.

Wenn Züge per Handsteuerung, also mit Handregler oder Fahrpult, gesteuert werden, dann 'sieht' Railware, wohin Sie fahren und ob das auch erlaubt ist. Notfalls wird die Lok angehalten (nicht bei Märklin 6051). Dabei kann es sich um ungesicherte Rangierfahrten oder um Zugfahrten handeln, die per Fahrstraße abgesichert wurden.

Auch der Railware PC kann Zugfahrten starten. Dazu reicht ein Mausklick auf 'Abfahren' in den Zuganzeigern. Die Zugsteuerung wird dann einen Fahrweg reservieren. Nur wenn ein Fahrweg möglich ist, startet die Zugfahrt. Zuvor wird das Signal gestellt. Bei Ankunft am nächsten Zuganzeiger wird der nächste Abschnitt geschaltet. Falls das nicht möglich ist, hält der Zug an. Es kann ja sein, dass Sie gerade per Handsteuerung den Streckenabschnitt belegen.

Züge können auch per Fahrplan unterwegs sein. Allerdings fährt der Zug nur ab, wenn die Strecke frei ist oder er wählt eine andere Fahrstrecke. So kann es auch durchaus zu Verspätungen kommen.

Letztendlich kann auch die Schattenbahnhofsteuerung Zugfahrten starten und in den sichtbaren Teil einer Anlage bringen.

Alle diese Funktionen behindern sich nicht gegenseitig und werden von Railware koordiniert. Mehr Flexibilität ist kaum denkbar, da es keine starren, festgelegten Abläufe gibt oder bestimmte Übergabepunkte zwischen Hand- und Automatikbetrieb.

Eine Zugfahrt wurde gestartet

Wenn ein Zug abfährt, stellt er sich eine Fahrstraße bis zum nächsten Zuganzeiger oder dem nächsten Signal. Sollte auf Grund falscher Weichenstellung keine Fahrstraße möglich sein, bleibt der Zug stehen. Stellen sie also vorher den gewünschten Fahrweg ein oder überlassen dies der Zuglenkung.

 

 

Bei der Ankunft eines Zuges an einem Zuganzeiger oder Signal (also wenn der zugeordnete Rückmeldekontakt anspricht) wird der nächste Abschnitt des Fahrweges geschaltet, aber nur, wenn es möglich ist. Kann kein Fahrweg gestellt werden, wird der Zug mit rotem Text angezeigt. Dies bedeutet, dass immer wieder versucht wird, einen Fahrweg zu stellen.

 

 

Im obigen Gleisbild hat die Zugsteuerung gerade einen Fahrweg reserviert, der sich hier gleich über mehrere Abschnitte streckt. Auf Grund einer Anfahrverzögerung wird der Zug in wenigen Sekunden anfahren und der Name schwarz angezeigt.

Exaktes Anhalten von Zügen

Railware steuert alle Züge über modellgerechte Geschwindigkeiten und nicht über Fahrstufen. Dies hat den großen Vorteil, dass Lokdecoder verschiedener Hersteller und Funktionalitäten das gleiche Fahrverhalten mit der Zugsteuerung ermöglichen und trotz unterschiedlicher Anzahl von Fahrstufen mit gleichen Geschwindigkeiten fahren können.

Um Züge zentimetergenau vor einem Signal oder an einem Bahnhofsgleis anzuhalten, benötigt die Zugsteuerung ein paar zusätzliche Angaben.

  • Der Modellmaßstab muss eingestellt sein. Dies ist wichtig, damit eine Umrechnung zwischen km/h und mm/sek richtig vorgenommen werden kann.
  • Der Abstand des Rückmeldekontaktes bis zum Signal oder Haltepunkt muss angegeben werden.
  • Wenn optional noch die Zuglänge bekannt ist, kann die Zugsteuerung auch selbsttätig entscheiden, ob auf dem gewünschten Gleis der Zug überhaupt stehen kann.
  • Die Fahreigenschaften der Lok (des Decoders) müssen bekannt sein. Wie die Anzahl der Fahrstufen mit der Zuordnung der Höchstgeschwindigkeit, Bremsverzögerung und der Angabe von Bremswegen.

Dies klingt nach komplizierten und stundenlangen Eingeben von Informationen – es ist aber ganz einfach! Denn die meisten Angaben werden sozusagen automatisch erledigt. Die noch verbleibenden Informationen werden beim Gleisbilddesign, der Konfiguration der Züge und der Lokomotiven erstellt.

Zwei Beispiele zeigen, wie das System arbeitet.

Decoder ohne Anfahr- oder Bremsverzögerung:
In diesem Fall sorgt die Zugsteuerung komplett für die richtigen Fahrstufen zur richtigen Zeit. Aus der momentan gefahrenen Geschwindigkeit und dem vorhandenen Anhalteweg werden die einzelnen Fahrstufen errechnet und der Zug wird nahezu zentimetergenau angehalten.

Decoder mit Anfahr- und Bremsverzögerung:
Hier wird zunächst aus der gefahrenen Geschwindigkeit und dem gespeicherten Bremsverhalten der erforderliche Bremsweg errechnet und mit dem vorhandenen Anhalteweg verglichen. Ist der Anhalteweg größer, fährt der Zug noch so lange ungebremst weiter, bis beide Angaben überein stimmen. Dann wird die Fahrstufe Null eingestellt und der Decoder sorgt selbst für das Anhalten des Zuges. Falls der Bremsweg länger sein sollte als der Anhalteweg, wird der Zug sofort abgebremst. In diesem Fall kann aber nicht verhindert werden, dass der Zug hinter dem Haltepunkt zum stehen kommt.

Lesen Sie auch die Information zu: [ Virtuell Fahren und Bremsen ] und [ Virtuelle Fahrstraßen ]

Die Zugsteuerung hat viele Aufgaben

Außer dem Reservieren von Abschnitten und dem Beschleunigen und Bremsen von Zügen, hat die Zugsteuerung viele weitere Aufgaben:

  • Sie sorgt für das Einhalten des Regelwerkes in Bahnhöfen, z.B. das zeitweise Halten oder Zurückfahren von Zügen.
  • Mit Reservierungsprioritäten lassen sich mehrere Abschnitte gleichzeitig reservieren, damit schnelle Züge auch wirklich mal komplett über die Paradestrecke brausen können.
  • Mit Zugprioritäten wird verhindert, das langsame Züge sich vor schnelleren setzen können.
  • Mit Angabe von nutzbaren Gleislängen wird geprüft, ob ein Zug überhaupt in ein Gleis fahren darf.
  • Wer von anderer Software zu Railware gewechselt hat, benötigt kleine Anpassungen, da die Modellbahn oft an spezifische Situationen angepasst werden musste.
  • Sie überwacht die Fahrzeiten der Züge und schlägt Alram, wenn ein Zug überfällig wird.
  • Und vieles mehr ..