Virtuell Fahren und Bremsen

Manchmal liest man von 'virtuellen Kontakten'. Warum gibt es die nicht in Railware?

Weil dies eine Einschränkung normaler Funktionalitäten in Railware bedeuten würde!

Wie bereits im Artikel [ Zugsteuerung ] beschrieben, fährt Railware seine Lokomotiven in vorbildgerechten Kilometern pro Stunde. Alle Strecken- und Längenangaben erfolgen in Zentimetern. Dies ist leicht zu verstehen, denn km/h Angaben sind den Angaben des Vorbilds entsprechend anzugeben und alle Zentimeterangaben entsprechen echten Längen auf der Modellbahnanlage - sind also einfach messbar.

Im Folgenden werden einige Railware Eigenschaften beschrieben, die entweder immer aktiv sind, von Eigenschaften der Zuggattungen oder Zugtypen abhängig sind oder sich auf Wunsch zugschalten lassen.

Geschwindigkeitsangaben werden in der Regel an Signalbildern sowie an Loks und Zügen angegeben. Die Zuglänge ergibt aus der Länge der Wageneinheit und angekoppelten Lokomotiven. Alle Angaben sind Beispiele. Der tatsächliche Ablauf variiert je nach Kombination von Strecke, Bahnhof, Lokomotive und Zug.

 

Wichtig ist: Es wird nur einen Melder pro Gleisabschnitt benötigt. Siehe dazu [ Kostenvergleich ] [ Blockstrecken ] und [ Universelle Rückmeldung ]

Standard Bremsweg

Diese einfache Form des berechneten Zughaltes ist immer aktiv, wenn nicht anderes gültig ist. Mit dem Auslösen eines Rückmelders wird in Abhängigkeit des zur Verfügung stehenden Bremsweges und der aktuell gefahrenen Geschwindigkeit der Zug am Ende langsam und sanft angehalten.

 

 

Halten eines Zuges in Bahnsteigmitte

Sehr komfortabel kann in Bahnhöfen ein Bremsvorgang virtuell auf die Bahnsteigmitte verlegt werden. Dazu muss nur die Länge des Zuges sowie die Position des Bahnsteiges bekannt sein.

Aus der bekannten Bahnsteigposition und der aktuellen Länge des Zuges wird der aktuell zu verwendende Haltepunkt berechnet und verwendet - natürlich auch in der Gegenrichtung.

 

 

Um die kleinen Modellbahnmenschen nicht zu verwirren, wirkt diese Funktion nicht bei Güterzügen oder Rangierfahrten.

Erweiterer Bremsweg

Hierbei kann man den Bremsbeginn virtuell an einen beliebigen Punkt verschieben. Außer dem Bremsbeginn wird auch der letztendliche Haltepunkt angegeben. Vor dem Bremsbeginn kann ein Zug konstant fahren oder sich noch in einem Beschleunigungs- oder Abbremsvorgang sein.

 

 

Diese Option kann für alle Züge gelten oder auf einzelne Zuggattungen oder Fahrtrichtungen eingegrenzt werden.

Beschleunigen bei Ausfahrt aus Bahnhof

Beim Ausfahren eines Zuges aus einem Bahnhof wird er auf die am Ausfahrtsignal geltende Geschwindigkeit beschleunigt. Ab dem ersten Blockabschnitt gilt dann meist eine höhere Streckengeschwindigkeit.

Dieser Beschleunigungsvorgang wird solange verzögert, bis der letzte Wagen das Weichenfeld verlassen und und sich der Zug vollständig im Blockabschnitt befindet.

 

 

Vermindern der Geschwindigkeit auf Blockabschnitten

Auf längeren Blockabschnitten sieht man oft die optisch unangenehme Situation, das ein Zug bereits mit dem Auslösen des Rückmelders am Blockanfang seine Geschwindigkeit vermindert (oder es mussten Melderpositionen an die Software angepasst werden).

Um dies zu vermeiden berechnet Railware auf Basis der Zuglänge und des Bremsvermögens eines Zuges den spätest möglichen Zeitpunkt bei dem die Verminderung der Geschwindigkeit erfolgen muss.

 

Siehe auch: [ Universelle Rückmeldung ]

Anhalten eines schnellen Zuges auf einem kurzen Blockabschnitt

Würde man, unachtsam oder versehentlich, einen schnell fahrenden Zug an einem sehr kurzen Blockabschnitt (hier Block B) anhalten müssen, dann würde das nicht nur schlecht aussehen, sondern vermutlich auch schiefgehen. Denn die Masse des Zuges oder eine kleine im Lokdecoder eingestellte Bremsverzögerung wird den Zug einfach weiterdrücken.

Die Zugsteuerung verhindert dies, in dem sie abweichend von eingestellten Signalgeschwindigkeiten bereits im vorhergehenden Abschnitt (Block A) die Geschwindigkeit des Zuges so weit heruntersetzt ,das dieser später sauber anhalten kann.

 

 

Diese virtuelle Funktion muss bereits vor dem eigentlichen Ereignis, dem Bremsvorgang, greifen. Es stellt dennoch nicht das Kausalprinzip auf den Kopf...